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Ernst Thälmann

„Diesen Staat bekämpfen wir so lange, bis er nicht mehr als Staat existiert. Wir machen daraus absolut keinen Hehl. Wir haben keine Veranlassung, in dieser oder jener Beziehung gegen diese oder jene Person schonend vorzugehen.“

Quelle: Ernst Thälmann, März 1921


1958 - 16. Januar - Der Schwur:

„Ich schwöre,
meinem Vaterland, der Deutschen Demokratischen Republik,
allzeit treu zu dienen,
sie auf Befehl der Arbeiter‑und‑Bauern‑Regierung unter Einsatz meines Lebens gegen jeden Feind zu schützen,
den Vorgesetzten unbedingten Gehorsam zu leisten,
immer und überall die Ehre unserer Republik
und ihrer Deutschen Grenzpolizei zu wahren".

Quelle: Zeittafel zur 40jährigen Geschichte der Grenztruppen der DDR, Beschluß des Präsidiums des Ministerrates der DDR über die Ein­führung des Schwurs der DGP, von Truppenfahnen und der Ver­pflichtung für den Dienst in der DGP auf der Grundlage der Dienst­laufbahnbestimmungen.

 

Die große Mauer

„Symbol für die Jahrhunderte dauernde Isolation des Landes wurde die große Mauer. Das größte Bauwerk der Menschheit! Die 5000 km lange Mauer, Hunderttausende Menschen haben sie gebaut, Hunderttausende sind für sie gestorben. Man hat diese Mauer auch den längsten Friedhof der Welt genannt. […]. Ironie des Schicksals: Einen Feind hat diese Mauer nie aufgehalten. Weder konnte sie die wilden Reiterheere Dschingis Khans abwehren noch die Mandschuren. Sie sperrte vielmehr die Chinesen wie in einen Kessel ein. Die große Mauer wurde zu einem Symbol für Verschlossenheit, für konservatives Denken, für Stillstand!“

Quelle: Die letzten Tage von Peking, ZDF-Sendereihe „Imperium“, ZDF, 2005


Noel Gilroy Annan (Britischer Geheimdienstoffizier und Autor * 25.12.1916; † 21.02.2000)

„Viele Deutsche durchschauten sofort, dass über Nacht die Nazifarbe Braun durch die Rote ersetzt wurde. Die Methoden waren die Gleichen oder zumindest sehr ähnlich, nämlich Menschen Dinge gegen ihren Willen tun zu lassen“.

In: Der kalte Krieg, n-tv – Dokumentation, Teil 1: 1945


Kurt Schumacher (SPD-Politiker * 13.10.1895; † 20.08.1952)

„Der Weg der leider zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlakierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden gemeinsam ist der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt.”

In: Arbeiderbladet (Oslo), 12.06.1947. In dem Bericht hieß es: „Schumacher ist Demokrat und ein starker Fürsprecher des Individuums, und er hebt besonders hervor, daß die Kommunisten die Tyrannei nur von braun auf rot umfärben wollen. Er nennt sie rotlakierte Nazis” Sie auch: http://konservativ.de/gfsd/baer8.htm.


Gerhard Lœwenthal

„Es hat in Deutschland niemals einen Faschismus gegeben, sondern in Italien.”

In: Kommunismus - Utopie und Wirklichkeit, Kongreß der Bundeszentrale für politische Bildung, 16. - 19. November 2000


Mahatma Gandhi

Ich ha­be kein Ver­trau­en in Ap­pel­le, wenn hin­ter ihn­en we­der ei­ne mo­ra­li­sche noch ei­ne ma­ter­iel­le Macht steht.Die mo­ra­li­sche Macht ist da, wenn die­je­ni­gen, die den Ap­pell vor­brin­gen, be­reit sind, et­was zu tun, et­was für die Sache zu opfern.

Mahatma Gandhi, Indian


T. N. Zutshi

Menschen hinter dem Eisernen Vorhang!

Der erste Schritt zur FREIHEIT. Legt eure FURCHT ab und sprecht die WAHRHEIT!

T. N. Zutshi, Berlin, 26.03.1960


Prof. Dr. Alfred Kantorowicz

(Anmerkungen: Lehrstuhl an der Hum­boldt-Univerität für Neueste deutsche Literatur, Direktor des germanistischen Instituts und Fachrichtungsleiter für Germanistik an der Hum­boldt-Universität, Direktor des Heinrich-Mann-Archivs der deutschen Akademie der Künste, Nach­lass­ver­wal­ter und Herausgeber des Gesamtwerkes Heinrich Mann, Mitleitung des Thomas-Mann-Archivs bei der deutschen Akademie der Wissenschaften - Flucht aus der DDR am 22. August 1957.)

Prof. Dr. Alfred Kantorowicz(O-Ton): „Mit dem heutigen Tage habe ich den Machtbereich der ulbrichtschen Gewaltherrschaft ver­lassen. [..] Das ich diesen äußersten Entschluss durch Jahre und Jahre immer wieder hin­aus­ge­scho­ben ha­be, in der nachgerade verzweifelten Hoffnung, das Übermaß der Rohheit, Dummheit, Gewalttat, Rechtlosigkeit, die unendliche Schlammflut der Lüge, die Drosselung der geistigen Freiheit, dies al­les sein nur Konvulsionen der Übergangszeit, und aus diesen schaurigen Wehen werde doch die Ge­burt einer neuen Gesellschaft sich erzeugen, in der soziale Gerechtigkeit und persönliche Freiheit zu schönem Ausgleich gelangen würden. 26 Jahre lang, seit meinem Eintritt in die kommunistische Partei im September 1931, habe ich an diesem Traum gehangen. Nach den Ereignissen der vergangenen Jahre, vom 17. Juni bis zu der [...] ungarischen Tragödie und nach der neuen Terrorwelle, besonders gegen die Intellektuellen, die unter dem Gebellfer der Rabauken des Ulbricht-Apparats entfacht worden ist, habe ich nun auch die letzte Hoffnung, was sage ich, die letzte Illusion verloren, dass aus solchem Abschaum eine neue, eine bessere Welt geboren werden könnte.

[…] Ich bitte hiermit die zuständigen Behörden der Bundesrepublik mir in dem von ihr gesicherten Teil meines Vaterlandes Schutz, Aufenthalt und Bürgerrecht zu gewähren.”

RIAS - Aus der Zone für die Zone, August 1957


Lothar Scholz (Gulag-Häftling [1948 - 1955] im Bereich Workuta, Russland, Autor von Erinnerungsbüchern und Stellvertretender Vorsitzender der UOKG - Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft)

(O-Ton): „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.”

Videointerview - Ralf Gründer [Berliner-Mauer.de], 25.11.2009


Ralf Kastner

(O-Ton): „XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX.”

RIAS - Aus der Zone für die Zone, .


Max Opitz

„Am 31.10.1945 wurde von der SMAD (Sowjetische Militäradministration) die Bewaffnung der Volkspolizei genehmigt. Dies war ein bedeutungsvolles und geschichtliches Ereignis. Das wurde ... die Geburtsstunde der bewaffneten Kräfte der 1. Arbeiter- und Bauernmacht in Deutschland. .. Die neue Polizei, die wir in Dresden aufstellten, musste zu einem zuverlässigen Instrument der neuen antifaschistischen Ordnung werden. Deshalb war die Kaderauslese eine verantwortungsvolle Aufgabe. Dass sich aus dieser Kaderauswahl die bewaffneten Organe zu einem zuverlässigen Instrument der Arbeiterklasse entwickelt haben, braucht heute nicht mehr bewiesen werden.”

„Wir sind die Kraft” Max Opitz, Dietz-Verlag, Ostberlin, Seite 293.


Walter Ulbricht

„Ich verstehe ihre Frage so, dass es Menschen in Westdeutschland gibt die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja. Ähh. Mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird ... Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.”

Internationale Pressekonferenz: 15. Juni 1961


Soviet Vulnerabilities

„The greatest Soviet vulnerability in Central Europe is their feeling of insecurity regarding their occupation of East Germany. As long as West Berlin remains a free world enclave in the heart of East Germany, the Soviets cannot consolidate their hold on the GDR to the same extent that they dominate their other satellites.”

Quelle: „A New Approach to the Issue of Berlin.“ Memorandum des Policy Planning Staff des US-Department of State, 26.06.1961, Seite 6.


Dem Feind die Faust

Es wäre je­doch ein ver­häng­nis­vol­ler Irr­tum zu glau­ben, dass nach dem Schlag vom 13. Au­gust der Klas­sen­feind sei­ne Wühl­tä­tig­keit an un­ser­er Hoch­schu­le ein­stellt. Wenn da ei­ner auf­tritt und die Hetz­pa­ro­len un­ser­er Fein­de ver­tritt, wie „Ul­bricht muss weg”, so trifft ihn die Faust der Ar­bei­ter­klas­se; wo­mit Ranft aus der Werk­statt des In­sti­tuts für Fer­ti­gungs­tech­nik of­fen­bar nicht ge­rech­net hat­te.

Fundstelle: 13. Au­gust 1961 Die Mau­er von Ber­lin, S. 113, in: Hoch­schul­zei­tung (Dres­den), 2. Sep­tem­ber, Nr. 1961


Unbekannt

„Ihr Verräter an den Galgen - hier hausen die roten Tyrannen - Ulbrichts KZ-Schergen raus!”

Graffiti als Reaktion auf die Ermordung von Günter Litfin an der Tür und der Grundstücksmauer der SED-Kreisgeschäftsstelle in der Mariendorfer Prinzenstraße Nr. 20., Berlin (West).
Fundstelle: Polizeihistorische Sammlung (Berlin), 25. August, 1961


Willy Brandt (Regierender Bürgermeister von Berlin (West))

(O-Ton): „Die Sowjetunion hat ihren Kettenhund Ulbricht ein Stück Leine gelassen. Sie hat ihm gestattet, seine Truppen einmarschieren zu lassen in den Ostsektor dieser Stadt. Sie, die Sowjetunion, hat ihrem Kettenhund die Vollmacht gegeben, internationales Recht zu brechen. Die Panzer, die in Stellung gebracht wurden, um die Massenflucht aus der Zone zu stoppen, diese Panzer haben unter ihren Ketten den gültigen Vier-Mächte-Status Gesamtberlins zermahlen. Ich wende mich in dieser Stunde ganz bewusst auch an die Landsleute, die in den Behörden und den Organisationen des Zonenregimes tätig sind. Ich wende mich besonders an diejenigen, die zum Dienst in den militärischen Formationen des Zonenregimes verpflichtet worden sind, in der sogenannten Volkspolizei, in der sogenannten Volksarmee, in den sogenannten Betriebskampfgruppen, wir verstehen alle, was es bedeutet, in die Disziplin militärischer Einheiten eines Zwangsregimes eingeordnet zu sein! Aber wir müssen auch alle wissen, dass es für den Einzelnen eine Stimme des Gewissens gibt, die er nicht überhören darf, wenn er nicht bösen Schaden nehmen will. Deshalb mein Aufruf, mein Appell an alle Funktionäre des Zonenregimes, an alle Offiziere und Mannschaften der militärischen und halbmilitärischen Einheiten: Lasst Euch nicht zu Lumpen machen! Zeigt menschliches Verhalten, wo immer es möglich ist! Und vor allem: Schießt vor allem nicht auf Eure eigenen Landsleute!”

Quelle: Rede von Willy Brandt vor ca. 300.000 Menschen während einer Protestkundgebung vor dem Schöneberger Rathaus am 16.08.1961, zwischen 16.00 bis 17.15 Uhr


Offene Worte an Brandt alia Frahm

„Ihr rührselig jämmerlicher Appell an unsere Menschlichkeit hat breiten Widerhall bei uns gefunden. Wir versichern Ihnen, gemäß Ihrem Wunsch, Menschlichkeit zu zeigen. Unsere Panzer strotzen vor Menschlichkeit, denn sie bereiten Ihnen schlaflose Nächte. Im Namen der Menschlichkeit werden wir jedem Provokateur kostenlos die Hosen bügeln. Für uns ist der 13. August 61 der Tag der Menschlichkeit, weil Sie und Ihr militaristisches Gelichter seitdem die Hosen gestrichen voll haben. Verschwinden Sie und machen Sie uns die Luft rein.

Im Namen der Menschlichkeit: Zwingen Sie uns nicht, für die Menschlichkeit die Mündungskappen abzunehmen.

Im Namen der Menschlichkeit: Es ist das Beste, Sie verschwinden noch heute.

Ihre „Landsleute” im Panzer auf der Leipziger Straße.”

Quelle: Berliner Zeitung, August 1961


Karl-Eduard von Schnitzler

(O-Ton): „... bis zum kleinen Agenten und Provokateur, ein Held der westlichen Welt, genauso wie der Strichjunge mit dem hübschen Spitznamen Puppe, der im Berliner Osthafen umkam, und dem man in Westberlin einen Gedenkstein setzte.”

Karl-Eduard von Schnitzler diffamiert den von Grenzsoldaten ermordeten Journalisten Kurt Lichtenstein und den von einem Transportpolizisten erschossenen jungen Berliner Schneidergesellen Günter Litfin.
Fundstelle: Der schwarze Kanal, ...


Walter Ulbricht

Die von den deutschen Militaristen und den imperialistischen Westmächten vollzogene Spaltung Deutschlands hat auch mehrere Familien getrennt. Wir bedauern, dass durch die aggressive Politik der westdeutschen Militaristen, die Spaltung für diese Familien fühlbarer geworden ist. Offen gesagt, gibt es aber auf absehbarer Zeit, bis in Westdeutschland friedliche Verhältnisse erreicht sind, nur einen Ausweg. Nämlich, das Bürger der DDR, die die Absicht haben, mit ihren westdeutschen Angehörigen zu leben, diese Einladen in die DDR umzusiedeln. Die Regierung der DDR wird ihnen dabei großzügige Hilfe leisten.

Fundstelle: DVD-Edition „Die Berliner Mauer”, Teil 1 - Die Mauer: Stacheldraht


Hans Werner Richter

Was am 13. Au­gust 1961 in Ber­lin ge­schah - die Ab­rie­gel­ung der DDR ge­gen den Wes­ten - hät­te an ir­gend­ei­nem Tag, in ir­gend­ei­nem Jahr ge­sche­hen kön­nen. - es war vor­aus­zu­se­hen. Die Über­rasch­ung ist ge­heu­chelt. Ge­heuch­elt ist wei­ter­hin die Em­pör­ung über das Ul­bricht-Re­gime: wir wis­sen seit Jah­ren, mit wel­chen Met­ho­den der Mann re­giert.

Ber­lin: 13. Au­gust 1961, S. 56; in: Die Mau­er oder der 13. Au­gust, Hans Wer­ner Rich­ter (Hrsg.).


John F. Kennedy

„Die Mauer schlägt nicht nur der Geschichte ins Gesicht, sie schlägt der Menschlichkeit ins Gesicht”.

Rede im Schöneberger Rathaus, 26.06.1963


Carola Stern

„Wenn mich jemand fragen würde, versuchen Sie doch mal Ulbricht in einem Satz zu charakterisieren, glaube ich würde ich mich doch entschließen, zu antworten: »Er ist ein politisch gefährlicher und menschlich verkümmerter und deshalb bedauernswerter deutscher Kleinbürger! Eigenschaften, die ihn besonders charakterisieren, sind sein Fleiß, seine Energie und seine Ausdauer. Hinzu kommt - was man glaube ich immer wieder unterschätzt [...] und nicht genügend gesehen hat - seine ungeheuer große Kontaktarmut«.”

Quelle: Karl Hörmann [RIAS-Berlin] sprach mit Carola Stern, über Walter Ulbricht, Signatur: AdZfdZ 1964.06.30 - 279-735-Nr-5


Prof. Albert Norden

... doziert vor Grenzsoldaten und droht dem Feind (Sprecher O-Ton):

„ ... es ist klar, an un­se­ren Staats­gren­zen gibt es nichts ab­zu­bröckeln, gibt es nichts ab­zu­beißen, gibt es nichts durch­läs­sig zu ma­chen, denn wer an der Gren­ze rüt­telt, der rüt­telt am Frie­den und dem wird auf die Fin­ger ge­klopft, das er sie in Zu­kunft nicht mehr ge­brau­chen kann!”

Quelle: AFS 3/62 (1) - Grenzsoldaten in Treptow, 1962, s/w, Streitkräfteamt Abt. 1, IMZBw, Bereich zentrale Aufgaben ZA 4, St. Augustin


Westliches Flugblatt über Ostberlin

„Soldaten! Wir kennen Eure Konfliktsituation; dennoch laßt Euch nicht zu Henkern einiger Ver­brech­er machen! Der Schießbefehl besteht nicht im Sinne der Bevölkerung - der 17. Juni 1953 hat es be­wiesen. Folgt dem Befehl Eures Gewissens!”

Quelle: Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.; in: An das Mitglied des Politbüros des ZK der SED und 1. Sek­re­tär der Bezirksleitung der SED Berlin Genossen Paul Verner, gez.: Mit sozialistischen Gruß Oberst Herkner, datiert: 23.06.1964, Seite 2.


Admiral Waldemar Verner

„Was verstehen wir denn und was muss man denn unter Gefechtsbereitschaft verstehen? Ge­fechts­be­reit, liebe Genossen, ist der Grenzsoldat [...] dann, wenn er gewillt und auch in der Lage ist, die von ihm im Fahneneid geschworenen Pflichten treu und vorbildlich zu erfüllen, wenn er sich mit all seinen Fähigkeiten und seiner ganzen Persönlichkeit für das afs-03-67-1-verner_200pxsozialistische Vaterland einsetzt, wenn er über die bewusste Bereitschaft und Fähigkeit verfügt, auf den Feind auch zu schießen! Das heißt nichts anderes Genossen, Gefechtsbereitschaft ist die Summe all der Fähigkeiten und Ei­gen­schaf­ten, die der Armeeangehörige benötigt, um den Sieg auf dem Gefechtsfeld zu erringen und den Gegner bedingungslos zu vernichten”.

Sprecher (O-Ton): „Nach diesem Grundsatz handeln diese Soldaten, um so durch die Tat ihre Treue zu ihrem sozialistischen Vaterland unter Beweis zu stellen”.

Quelle: AFS 3/67 (1) - Gefechtsbereitschaft, 1967, s/w, Streitkräfteamt Abt. 1, IMZBw, Bereich zentrale Aufgaben ZA 4, St. Augustin.


Armeegeneral Heinz Hoffmann (Minister für Nationale Verteidigung)

(O-Ton): „Grenzsoldaten, die ich in diesen Wochen besuchte [...], haben diesen falschen Men­schen­freun­den [...] eine richtige Antwort gegeben. Sie lassen sich weder durch die falschen Töne der Menschlichkeit noch durch Drohungen in unserem Dienst zum Schutz der Grenzen wankend machen.

Wer unsere Grenze nicht respektiert, der bekommt die Kugel zu spüren! Und wenn wir schießen, dann dient das dem menschlichsten Ziel, zu verhindern, dass in einem Krieg Deutsche gegen Deutsche schießen müssen. afs-08-66-1-hoffmann_200pxSie, als Grenzsoldaten [...] stehen jeden Tag an vorderster Linie unseres Kampfes. Sie stehen dem Feind [...] Auge im Auge gegenüber. Sie stehen jeden Tag bereits im Ein­satz und zwar im Einsatz gegenüber einem Feind, der alle Mittel anwenden wird, um ihren Dienst zu stören, um sie zu hindern, die Grenzen unserer Deutschen Demokratischen Republik richtig und zu­ver­lässig zu schützen. Und wenn sie schon diesen schweren Dienst leisten müssen, wenn sie schon vorn mit der Waffe in der Hand gegenüber dem Feind, der auch die Waffe in der Hand hat, stehen, dann sollen sie wissen, dass hinter ihnen, und zwar unmittelbar hinter ihnen, eine Militärmacht steht, die jederzeit in der Lage ist - jederzeit – unter allen Bedingungen in der Lage ist, die Grenzen unseres sozialistischen Lagers zu­ver­läs­sig zu schützen und dem Feind, wenn er es wagt, sie an­zu­grei­fen, bei sich zuhause, auf seinem Territorium, zu schlagen.”

AFS 8/66 (1) - 5. Jahrestag Mauerbau, 1966, s/w, Streitkräfteamt Abt. 1, IMZBw, Bereich Zentrale Aufgaben ZA 4, St. Augustin.


Karl Wil­helm Fricke

Der Ent­spann­ung nicht we­nig zu­träglich wäre es über­dies, wenn in der DDR-Volks­armee und spe­ziell im „Kommando Grenze” die Er­zieh­ung zum Hass end­lich durch die Hin­wen­dung auf ei­ne hu­ma­ne Ge­sinn­ung er­setzt würde, wenn kon­kret ge­sagt die mit­tel­deut­schen Grenz­sol­da­ten künf­tig auch im Flücht­ling zu­erst und zu­letzt den Men­schen sähen, nicht den „Feind”, der um je­den Preis zu „ver­nich­ten” ist. So­lan­ge frei­lich für „die ak­tiv­ste Hand­lung des Grenz­pos­tens” nicht nur die vor­läuf­ige Fest­nahme, son­dern auch die „Ver­nich­tung des Grenz­ver­let­zers” of­fi­ziel­le Richt­schnur zu sein hat - und das kann do­ku­men­tar­isch be­legt wer­den! -, so lange muß es immer wie­der Ver­wundete und Tote an den Gren­zen der DDR ge­ben.

Karl Wil­helm Fricke, Ge­walt­ver­zicht und Schieß­be­fehl, in: Do­ku­men­te des AdsD, AR­TI­KEL­DIENST MIT­TEL­DEUT­SCHLAND V/21, 13.10.1971, Archiv der so­zi­alen De­mo­kra­tie der Fried­rich-Ebert-Stif­tung, SPD-PV-Ostbüro, Box 0354 E, Nr. 1192


Egon Bahr (Bundesminister)

„Ich habe mir schrecklichen Ärger eingehandelt - irgendwann in den 60er oder frühen 70er Jahren - als ich gesagt habe, wenn die den Schießbefehl förmlich aufheben, dann sind am nächsten Morgen die Leitern in Ostberlin ausverkauft, weil damit nämlich gesagt wird, du kannst risikolos über die Mauer steigen und dann ist die Auswanderung von Menschen, der Fluß von Menschen, der verstopft ist durch den Mauerbau und dieses schreckliche Grenzregime, wieder da. Und dann läuft der Staat aus und - wer will das schon - einen Staat ohne Bürger oder jedenfalls mit einem hohen Verlust an Bürgern.”

Egon Bahr, 1973


Heinz Sternickel Studienfahrt für Volksschullehrer und Dozenten zur Zonengrenze

»In einer kleinen Regionalzeitschrift schilderten die Reisenden ihre Gedanken;

„Nun standen auch wir mit unbeschreiblichen Empfindungen im Herzen dicht an dem Schandzaun, den kommunistisch-bolschewistische Henker errichten ließen. Vor uns unmittelbar am Zaun stand ein schlichtes Birkenkreuz [...]. Zu mir hingewandt sagte eine unserer mitreisenden Damen: ‚Da krampft sich mir das Herz zusammen.’ Sie sprach das aus, was wir alle empfanden. Man sollte jeden Bundesbürger, ob Mann oder Frau, an die Zonengrenze führen und ihnen den Schandzaun und die Wachttürme des KZ-Henkers Ulbricht zeigen. Im Anblick dieser Schandmale würde er bald erkennen, ob noch ein Funke Deutschtums, ein Funke der Liebe zu seinem Vaterland in ihm wirksam ist. Bedrückt von der Wucht des Erlebten verließen wir den Ort.”«

in: Die eisige Naht, Achim Walther, Seite 333.


DDR-Radio

Frau Wirtin hatte einen Brandt, der hat Berlin noch nie gekannt. Obwohl er Bürgermeister, hat er die Augen voller Kleister. Sonst hätte er schon längst bemerkt, dass Berlin nicht ihm gehört!

Fundstelle: DVD-Edition „Die Berliner Mauer”, Teil 1 - Die Mauer: Stacheldraht


DDR-Radio

Ich glaube an die Unanfassbarkeit des Stacheldrahts und an die Hürden jedes einzelnen Grenzübergangs.

Fundstelle: DVD-Edition „Die Berliner Mauer”, Teil 1 -  Die Mauer: Stacheldraht


Axel Springer

Dass es ein Bauwerk ist, nicht wie die Chinesische Mauer gegen Eindringlinge von außen, sondern gegen potentielle Freiheitssucher von drinnen errichtet, steht außer Zweifel. Es ist eine Ge­fäng­nis­mauer. Nicht nur die Geschichte, auch die Konstruktion belegt das.

Aber es ist eben mehr als eine Kerkermauer: Die Stacheldrahtrollen, die spanischen Reiter, der Todesstreifen und die Minen, dann die Selbstschuß-Tötungsautomaten und die Scharfschützen an den Schießscharten und auf den Wachtürmen machen das Ganze unbestreitbar zur militärischen Befestigungsanlage: ein sowjetisches Festungswerk mitten in der alten Hauptstadt Berlin und da­rüber hinaus quer durch Deutschland, errichtet 16 Jahre nach Beendigung der militärischen Ope­ra­ti­o­nen gegen Hitler-Deutschland.

Was da steht, dieses brutale Sinnbild eines barbarischen Regimes, ist in politischer, moralischer und völkerrechtlicher Beziehung eine Herausforderung für die zivilisierte Welt.

Die Welt, Freitag, 13. August 1976, Seite 3


Axel Springer

Man hört heute immer wieder, dieser GULag-Wall sei gebaut worden, weil die Kommunisten die Ausleerung ihres eroberten deutschen Gebietes hatten befürchten müssen; eine Ausleerung, die wegen das unerträglichen politischen Zwangs und des katastrophalen Versagens des Ostberliner Systems drohte. Statt die Fehler zu beseitigen, baute man Mauer und Zaun, um so die Barbarei zu schützen.

Der Kampf gegen die Mauer kann demnach nur ein Kampf um die Freiheit sein, die Freiheit all derer, die inmitten Deutschlands hinter dem sowjetischen Westwall eingesperrt sind.

Freiheit ist das Kriterium politischer Herrschaft im 20. Jahrhundert. Deshalb ist der freiheitsfeindliche Mauer-Wall Mittelalter, Barbarei, Kriegszustand zwischen Recht und Unrecht, zwischen Freiheit und Gewalt.

Diese Mauer aber wirkt nur, solange wir sie fürchten und respektieren. Wenn wir sie verachten, wenn wir sie täglich als Beleidigung und Herausforderung empfinden, helfen alle Kalaschnikows und Todesautomaten nichts.

Die Welt, Freitag, 13. August 1976, Seite 3


Ministerium für Staatssicherheit (DDR)

„Die übergroße Mehrheit der Provokateure verblieb widerrechtlich auf dem Territorium der DDR und beschimpfte die Grenzsicherungskräfte u. a. mit Äußerungen wie »Ihr Schweine«, »Russenköpfe«, »Mörder« und verleumdete die gesellschaftlichen Verhältnisse der DDR.”

Quelle: Information über eine schwerwiegende Provokation an der Grenzübergangsstelle Friedrich-/Zimmerstraße am 9. und 10. August 1986


Kurt Schumacher (SPD-Politiker * 13.10.1895; † 20.08.1952)

„Schumachers Wort, dass der Totalitarismus eine Scheußlichkeit bleibe, auch wenn er rot gestrichen ist statt Braun, und das Konzentrationslager mit Hammer und Sichel über dem Torbogen eine größere Schande sind als solche mit Hakenkreuz, hat die Masse der deutschen Arbeiterschaft in Ost und West gegen Drohungen und Lockungen aus Moskau und Pankow immun gemacht.”

In: http://konservativ.de/gfsd/baer8.htm


Erich Honecker

„Mit Genugtuung darf man feststellen, durch die Errichtung des antifaschistischen Schutzwalls sorgten wir für den Schutz unserer sozialistischen Errungenschaften. Der sozialistischen Errungenschaften der Arbeiter- und Bauernmacht, und leisteten zugleich einen großen Betrag für den Frieden.“

Fundstelle: Mitschnitt aus DVD Die Berliner Mauer, Teil 2 – Die Trennung1972 – 1988, ein Film von Beate Schubert.


Ein Redner während einer Demonstration im Herbst 1989

„Die Wahrheit muss an den Tag. Wir lassen uns das Land nicht kaputtmachen, unsere Arbeit steckt in diesem Land!

1.) Wir haben ein Recht auf Information. 2.) Wir heben ein Recht auf Dialog. 3.) Wir haben ein Recht auf selbstständiges Denken und auf Kreativität. 4.) Wir haben ein Recht auf Pluralismus im Denken. 5.) Wir haben ein Recht auf Widerspruch. 6.) Wir haben ein Recht auf Reisefreiheit. 7.) Wir haben ein Recht, unsere staatlichen Leitungen zu überprüfen. 8.) Wir haben ein Recht, neu zu denken. 9.) Wir haben ein Recht uns einzumischen."

Quelle: Kundgebung, in: Die Berliner Mauer, Teil 2.: Trennung 1972 – 1988, Ein Film von Beate Schubert, DVD


Irm Hermann (Schauspielerin)

„Handwerker siehst Du, aber keine Menschen! Denker, aber keine Menschen! Priester, aber keine Menschen! Herren und Knechte! Junge und gesetzte Leute, aber keine Menschen! Es ist ein hartes Wort, und dennoch sag ich′s: Ich kann kein Volk mir denken, das Zerrissener wäre wie die Deutschen!″

Quelle: Letztes aus der DaDaeR : [DVD-Video] [DVD] / Jörg Foth [Regie] ; Manfred Renger [Prod.] ; Steffen Mensching [Drehbuch, Darst.] ; Hans-Eckardt Wenzel [Drehbuch, Darst.] ; Thomas Plenert [Kamera] ; Irm Hermann [Darst.] ; Christoph Hein [Darst.] ; Dietmar Staskowiak [Komp.]. - Hamburg : Matrosenblau, 2009. - 1 DVD-Video (ca. 86 Min.) : Tonformat: Stereo ; Bildformat: 4:3 + 1 Beil.(Matrosenblau ; 10) Ländercode: 2. - Orig.: DDR, 1990. ISBN 978-3-941155-12-1


Philippe Halm (Filmemacher)

„Ein guter Agent ist kein Mensch, er ist eine perfekte Waffe.″

Quelle: Secret Defence, ein Film von Philippe Halm, DVD, 2008


Nelson Mandela (Freiheitskämpfer und erster Präsident der Post-Apartheits-Ära in Südafrika)

„Wenn wir ihnen nicht vergeben, dann wird sich ein Gefühl von Bitterkeit und Rache ausbreiten, und darum sagen wir, laßt uns die Vergangenheit vergessen. Beschäftigen wir uns lieber mit der Gegenwart und der Zukunft, doch wir müssen uns einig sein, dass die Greultaten der Vergangenheit niemals wieder geschehen dürfen.″

Quelle: Mandela: Sein Leben und Wirken : [DVD-Video] [DVD] / Robin Benger [Regie] ; Maurice Chabot [Kamera] ; Walter Borden [Sprecher/in]. - Hamburg : Edel, 2010. - 1 DVD (ca. 100 Min.) : Tonformat: DD/2.0 Stereo (dt., engl.) ; farb. ; Bildformat: PAL 16:9. - Ländercode 0. - Dt., engl.. - Orig.: 2004

Die sieben Weltwunder der DDR

Obwohl niemand arbeitslos ist, hat die Hälfte nichts zu tun.
Obwohl die Hälfte nichts zu tun hat, fehlen Arbeitskräfte.
Obwohl Arbeitskräfte fehlen, erfüllen und übererfüllen wir die Pläne.
Obwohl wir die Pläne erfüllen und übererfüllen, gibt es in den Läden nichts zu kaufen.
Obwohl es in den Läden nichts zu kaufen gibt, haben die Leute fast alles.
Obwohl die Leute fast alles haben, meckert die Hälfte.
Obwohl die Hälfte meckert, wählen 99,9 % die Kandidaten der Nationalen Front.

 
Quelle: Prof. Dr. Richard Schröder; „Alles nur Geschichte(n)?“, Vortrag am 18.02.2008 im Verein Kunst und Literatur Forum Amalienpark e.V. in der Breite Str. 2a, 13187 Berlin-Pankow

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Zitate: Berliner Mauer - Zusammengestellt von Ralf Gründer

 

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