Herbert Ernst in seinem Restaurant Die Nolle. Foto: © Ralf Gründer, Berlin, 01.08.2009 Herbert Ernst wurde am 2. Mai 1939 in Berlin geboren.

Während des II. Weltkrieges floh die Familie nach Schlesien. In den letzten Kriegstagen flohen sie mit dem letzten Transportzug vor den Sowjets nach Berlin. Hier absolvierte Herbert Ernst die mittlere Reife und begann anschließend eine Ausbildung als Foto-Assistent. Nach der Lehre folgten 3 Jahre als Kameraassistent.

Ab 1961 drehte der freie Journalist für verschiedene nationale u. internationale Agenturen. Seine täglichen Arbeiten bot er verschiedenen Agenturen an, darunter auch der GTN (German Television News). Des weiteren drehte er Beiträge für die European Television News (E-Te-S). In der Zeit von 1965 bis 1970 drehte er eigene Kurzfilme: Ruhe, 3500m Boulevard u.a.

Kameramann Herbert Ernst filmt mit seiner 16 mm-Arriflex den Todesstreifen des »Anti­fa­schis­tischen Schutz­walls«. Foto: © Günter Lahmann, Berlin, 1961

Anfang der 60. Jahre produzierte die German Television News aus den filmischen Aufnahmen von Herbert Ernst Feature-Filme, darunter die von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „wertvoll″ ausgezeichneten Filme „Eine Mauer klagt an: Der Bankrott eines Systems″ (engl.: The Wall of Shame) und „Licht an der Mauer - Weihnachten im zweigeteilten Berlin″. Weitere GTN-Filme, die auf der Grundlage der filmischen Aufnahmen von Herbert Ernst produziert wurden, waren: "Bilanz" und "Freiheit kennt keine Mauer".

Am 17. August 1962 gelang es Herbert Ernst als einzigen Kameramann vor Ort, den Abtransport des angeschossenen und schwerverletzten Peter Fechter filmisch zu dokumentieren. Diese Aufnahmen führten der Welt erstmalig die entfesselte Brutalität der Volksarmee des Arbeiter- und Bauernstaates DDR vor Augen. Nachdem durch den Mauerbau ca. 17 Millionen Nord- und Mitteldeutsche östlich der innerdeutschen Demarkationslinie ihrer Bürgerrechte beraubt waren, schossen die Grenztruppen hemmungslos alles nieder, was sich dem SED-Terror durch Flucht zu entziehen versuchte. Nach den Aufnahmen lag der Weltöffentlichkeit der Beweis vor, dass es sich beim sogenannten „Antifaschistischen (Friedens-)Schutzwall″ in Realität um eine Todeszone handelte! Der Verleger Axel Springer verwendete für die innerdeutschen Grenzen den Ausdruck „Bolschewistische Mordgrenze*.

1973 legt Herbert Ernst seine Kamera zur Seite und beginnt professionell mit Antiquitäten zu handeln. Zeitgleich dazu eröffnet er das Restaurant „Die Nolle im stillgelegten oberen Bereich des U-Bahnhofs Nollendorfstraße.

 
Herbert Ernst in seinem Restaurant Die Nolle

 

Herbert Ernst in seinem Restaurant „Die Nolle″. Foto: © Ralf Gründer, Berlin, 01.08.2009

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Tipp: Restaurant „DIE NOLLE" - Herbert Ernst betreibt seit ca. 40 Jahren „Die Nolle″. Seit 1992 befindet sich das Restaurant in der Georgenstraße 203 nahe dem U- und S-Bhf. Friedrichstraße. Für Insider ist das ein heißer Tipp!

* Bolschewistische Mordgrenze! 15 Jahre Mauer in Berlin, Axel Springer, Die Welt, 13. Augst 1976